Frauen in technischen Lehrberufen – Viel Luft nach oben

AK OÖ informierte über aktuelle Situation

Wenig hat sich in den letzten Jahren in Österreich an den geschlechtsspezifischen Berufsentscheidungen verändert. Der Frauenanteil in technischen Berufen stagniert. Weiterhin entscheiden sich junge Frauen vor allem für traditionelle Ausbildungen und nur sieben Prozent wagen den Schritt in einen atypischen Beruf.

Mit einer Online-Befragung hat die Arbeiterkammer erhoben, wie junge Frauen, die sich für einen technischen Beruf entschieden hatten, ihre aktuelle Arbeitssituation einschätzen.

Die Ergebnisse der Umfrage sind eindeutig: Frauen in technischen Berufen sind mit ihrer Berufswahl zum überwiegenden Teil zufrieden. Sie schätzen die Abwechslung, das gute Arbeitsklima und den guten Kontakt zu den KollegInnen. Auch Kriterien wie besserer Verdienst als in „Frauenberufen“, gute Karrierechancen und hohe Anerkennung wurden als Gründe für die Berufswahl genannt. Dafür nehmen die Frauen einen oft etwas rauen Umgangston in Kauf. Die Mehrheit von ihnen bewertet die Zusammenarbeit mit Männern aber positiv.

Im Gegensatz zur Arbeit im Betrieb wird die Reaktion von KundInnen meist negativ beurteilt, denn hier werden Frauen immer wieder mit dem Vorurteil konfrontiert, sie seien technisch nicht begabt. Das Vorurteil, Mädchen würden technische Ausbildungen eher abbrechen als Burschen erweist sich als falsch, ihre Drop-Out-Rate ist sehr gering, die Stabilität der Beschäftigungsverhältnisse hoch.

Angesichts dieses klar positiven Bildes stellt sich die Frage: Warum entscheiden sich nur wenige Mädchen für technische Berufe?

Die Aussagen der Befragten zeigen, dass es an effektiven Initiativen und objektiver Information in der Schulzeit bzw. in der Phase der beruflichen Orientierung mangle. Ebenso werde kulturelles Umdenken zu wenig gefördert und traditionelles Rollenverhalten weiterhin von früher Kindheit an verstärkt.

Es bleibt also viel zu tun!

Interessierte erfahren Details zur Umfrage aus der Presseunterlage der AK OÖ.
 

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